Glossar

auf unserer_m blog verwenden wir den dynamischen unterstrich (bsp: w_Orte). 

dieser soll sprach_gewohnheiten irritieren, vielfältige bedeutungsebenen von w_orten hervorheben und sichtbar machen sowie binaritäten aufbrechen (bps: fem_inistinnen)
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realisierungsformen von sexismus in anlehnung an das buch feminismus schreiben lernen


unter zweigenderung verstehen wir die annahme, dass es zwei und nur zwei geschlechter (frauisierte und typisierte) gibt, welche als natürlich, objektiv und unhinterfragbar angenommen werden. personen, die sich nicht einordnen können_wollen, sind dadurch ent_nannt und ent_gedacht.


androgenderung ist die normsetzung und universalisierung typisierter positionen (typisierte), was sich in der sprache z.b. durch die gleichsetzung von mann und mensch niederschlägt. androgenderung bedeutet, dass eine androzentrierende geschichtschreibung als allgemein, neutral und universell gesetzt wird, während frauisierte teil einer speziellen ‚frauengeschichtsschreibung‘ sind. androgenderung heißt auch, dass ‚männer‘ und ‚frauen‘ mit zahlreichen geschlechtspezifischen zuschreibungen konstruiert werden und damit eine hierarchisierende privilegierung von typisierten gegenüber frauisierten einhergeht.


heteragenderung bedeutet für uns, dass frauisierte als hetera angenommen und angerufen werden. darüber wird auch eine differenzierung zwischen privilegierten hetera_frauisierten und z.b. lesbisierten hergestellt. Nicht-konformes verhalten wird ständig in verschiedenen ausformungen sanktioniert (heterasexismus, diskriminierung) paarnormativität und reprogenderung sind eng mit heteragenderung verbunden.


reprogenderung stellt frauisierte kontinuierlich als potentielle mütter her und biologisiert, naturalisiert und familialisierte soziale beziehungsverhältnisse und -verbindungen.


unter cisgenderung vestehen wir die annahme, dass genderung im laufe des lebens einer person als gleich bleibend und als natürlich hergestellt wird, also als nicht veränderbar angenommen wird.


kategorialgenderung beschreibt die annahme, dass personen grundsätzlich und zu jeder zeit gegendert sind und sie einem von zwei gendern zugeorndet werden können. kategorialgenderung macht es unmöglich, geschlecht nicht wahrzunehmen.

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ableismus meint das machtverhältnis, das vorstellungen von norm und abweichung von gesundheit strukturiert. es determiniert menschen in bezug auf ihre fähigkeiten oder merkmale. während personen, die vom konstrukt der norm abweichen als unterlegen hergestellt werden, bleiben ableisierte positionen unthematisiert.


diskriminierung verstehen wir als strukturelle kategorie, die die benachteiligung von menschen aufgrund ihrer sozialen positionierung innerhalb von gesellschaft_en beschreibbar und analysierbar macht. diese benachteiligung findet auf verschiedenen ebenen statt, die miteinander verwoben sind und sich gegenseitig bedingen: bei diskriminierungen geht es um ungleiche machtverhältnisse, die sich in strukturen_institutionen (u.a. politisch-rechtliche regulierungen) eingeschrieben haben. diese sind wiederum eng verknüpft sind mit geringerer anerkennung und
ent_erwähnung*, stereotypisierenden zuschreibungen und geringen zugangschancen zu
diversen gesellschaftlichen feldern.
sprache verstehen wir als handlung. diskriminierung wird durch sprach_handlungen
re_produziert.

*ent_erwähnung: nicht-benennung diskriminierter positionen durch sprach_handlungen. damit
wird die bedeutung und relevanz sprachlicher und nicht-sprachlicher äußerungen aus
diskriminierter position ausgeblendet und gleichzeitig sprachliche und nicht-sprachliche
äußerungen aus privilegierter position als universell, allgemein und normativ hergestellt.


unter migratismus verstehen wir in anlehnung an alyosxa tudor das machtverhältnis, dass aus hegemonialer perspektive menschen als migratisierte und statisierte
herstellt. der konstruktionsprozess von migatismus ist die migratisierung. in diesem prozess wird migration u.a. anhand von „nicht-deutsch“-klingenden vor-und nachnamen, körpermerkmalen und_oder bestimmten sprechweisen hergestellt.
migratismus als abgrenzung zu rassimus ermöglicht eine selbstpositionierung von migratisierten, die unterschiedlich positioniert sein können: als Schwarz oder weiß und in bezug auf aufenthalt, asylisierung, „staatsbürgerschaft“ und_oder religiosisierung. durch die analytische trennung der begriffe migratismus und rassismus kann der rassismusbegriffs durch weiße migratisierte nicht vereinnahmt werden und die spezifische diskriminierung durch rassismus bleibt wahrnehmbar.

tudor, alyosxa (2010): rassismus und migratismus: die relevanz einer kritischen differenzierung, in: nduka-agwu/ hornscheidt (hrsg.): rassismus auf gut deutsch. ein kritisches nachschlagewerk zu rassistischen sprachhandlungen, S. 396-420


privilegierung verstehen wir als strukturelle kategorie, die die bevorteilung von menschen aufgrund ihrer sozialen positionierung innerhalb von gesellschaft_en beschreibbar und analysierbar macht. diese bevorteilung findet auf verschiedenen ebenen statt, die miteinander verwoben sind und sich gegenseitig bedingen: bei privilegierung geht es um ungleiche machtverhältnisse, die
sich in strukturen_institutionen (u.a. politisch-rechtliche regulierungen) eingeschrieben haben.
damit eng verknüpft sind höhere anerkennung, entNennungen* und größere zugangschancen
zu gesellschaftlichen feldern.
sprache verstehen wir als handlung. privilegierung wird durch sprach_handlungen re_produziert.

*entNennung: nicht-benennung privilegierter positionen durch sprach_handlungen. dabei
werden privilegierte positionen als universell, allgemeingültig und normativ hergestellt. die
situiertheit und partikularität privilegierter positionen wird durch entNennungen ausgeblendet. im
zuge von entNennung werden häufig diskriminierte positionen benannt und somit als partikular
und situiert hergestellt.


rassismus verstehen wir als ein „strukturelles machtverhältnis, das räumlich, zeitlich und geschichtlich kontextualisiert ist“ (tudor). es ist unbedingt notwendig sich mit den verschiedenen verständnissen, auswirkungen und formen der (re-)produktion von rassismus auseinanderzusetzen. dadurch können differenzierte aussagen und interventionen ermöglicht werden.
sich mit rassismus beschäftigen heißt für uns zu fragen, wie in unterschiedlichen räumlichen und historischen kontexten rassifizierte(_kulturalisierte) ‚andere‘ von weiß-privilegierten re_Produziert wurden und werden. es heißt auch, sich intensiver mit kolonialismus, postkolonialismus, antisemitismus, antiziganismus, antimuslimischem rassismus, antiislamismus, migratismus, antislawischem rassismus, _ , * auseinanderzusetzen.

rassistisch diskriminierte und privilegierte soziale positionierungen werden durch ungleiche strukturellen machtverhältnisse hergestellt. privilegierte -also weiß-positionierte- können nicht bezogen auf rassismus diskriminiert werden. „individuelle teilhabe an rassismus liegt dann vor, wenn das objektive resultat eines verhaltens diese beziehungen verstärkt; unabhängig davon, ob eine subjektive intention dahinter steht.“ (phillips/derman-sparks) wir setzen uns aus einer weiß-privilegierten sozialen positionierung heraus mit rassismus auseinander. das bedeutet kontinuierlich zu reflektieren, wie wir selbst von rassismus profitieren, ihn re_produzieren und wie wir veranstwortungsvoll contra_rassistisch handeln können.

*soll darauf hinweisen, dass diese aufzählung nicht abgeschlossen sein kann und ständiger auseinandersetzung, er_weiterung, in_frage_stellung bedarf

tudor, alyosxa (2010): rassismus und migratismus: die relevanz einer kritischen differenzierung, in: nduka-agwu/ hornscheidt (hrsg.): rassismus auf gut deutsch. ein kritisches nachschlagewerk zu rassistischen sprachhandlungen, S. 396-420

brunson/derman-sparks (1997): teaching/learning anti-racism. a developmental approach, S. 2

siehe auch

kolonialismus
postkolonialismus
antiziganismus
antimuslimischer rassismus
antiislamismus
antislawischer rassismus


soziale positionierungen dienen einer analyse von gesellschaftlichen strukturen. sie sind ein analyse-instrument. beim definieren von sozialen positionierungen werden strukturkategorien konstruiert. ziel ist, alltägliche prozesse der subjektivierung sichtbar zu machen. soziale positionierungen können teilweise „versteckt“, aber nicht autonom und willentlich verändert werden. alle dahinter liegende machtverhältnisse können jedoch dekonstruiert werden.

—-im aufbau—

interdependenz

antisemitismus


kritisches weißsein


kolonialismus

postkolonialismus

antiziganismus

antimuslimischer rassismus

antiislamismus

antislawischer rassismus


frauisierte


typisierte


statisierung


klassismus


körper


meinungsfreiheit


schutzraum

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