über das projekt


diese_s blog ist aus dem seminar feminismus schreiben lernen  an der hu berlin entstanden.

wir haben uns mit dem sexismus-konzept aus dem gleichnamigen buch vom ak feministische sprachpraxis beschäftigt, mit unseren eigenen sprach_handlungen, mit möglichkeiten der auseinandersetzung mit interdependenten diskriminierungen.

ziel war es – in kleinen gruppen – interventionen in diskriminierende sprache zu entwickeln. dies ist unser projekt:

Warum Fragen stellen?

Im Fokus unseres Projekts steht das Fragenstellen.

fragen – die wir auf diese_r_m blog veröffentlichen – die wir auf sticker drucken und verbreiten wollen – die zum denken anregen – die intervenieren – die wir in ein zine bringen und verteilen werden – die fassungslosigkeit_en sprechbar machen wollen – fragen die in_frage_n_stellen

Fragen zu stellen hat für uns mehrere interventionistische Dimensionen:

Fragen stellen bietet viele Möglichkeiten der kritischen Auseinander_setzung mit vielfältigen miteinander verwobenen Machtverhältnissen auf verschiedensten Ebenen.
Ich kann Kritik gegenüber meinem eigenen Schreiben und Denken an mich selbst richten, Raum für weiter_denken und hinter_fragen meiner eigenen Annahmen eröffnen.

Ich kann in der Auseinandersetzung mit meiner Umwelt durch Fragenstellen Unverständnis und Wut, Traurigkeit und_oder Interesse ausdrücken.

Ich kann durch das Fragen formulieren, was ich in meinem Sein-in-der-Welt erlebe, welche Gespräche ich führe, welchem Verhalten anderer ich ausgesetzt bin, welche Phänomene ich beobachte, die ich in dem Moment festhalten möchte, aber noch nicht einordnen kann, die strukturellen Zusammen_hänge nicht erfassen kann, das Machtverhältnis dahinter nicht formulieren kann, keine Antworten finden kann auf mein Unbehagen.

Der Fokus auf das Fragestellen beinhaltet auch eine Position gegenüber Antworten.
Antworten haben für mich immer etwas von Objektivität, Endgültigkeit, so-und-nicht-anders, von Komplexitätsreduzierung, von der Annahme es gäbe ein bestimmtes richtiges Wissen und somit auch richtige Antworten.

Darin steckt auch die Vorstellung, dass es eine Antwort auf die Frage gäbe, wie mit Diskriminierung verantwortungsvoll umzugehen sei, obwohl es immer nur ein fortwährender Prozess der kritischen Auseinandersetzung und des Infragestellens sein kann.

Und was heißt eigentlich verantwortungsvoll? Wer nutzt diesen Begriff für das eigene Handeln?

Wenn ich anstelle einer Antwort eine Frage als Intervention in diskriminierende (Sprach-)Handlungen nutze, kann ich die Verantwortung für die Auseinandersetzung an die diskriminierende Person abgeben.

Ich kann damit diese andere Person auffordern eigene unhinterfragte Annahmen zu überdenken und nehme mich aus der Rechtfertigungsposition und Erklär_innenrolle raus. Zudem habe ich oft ganz viele Antworten zu einer Frage im Kopf, muss sie dann aber nicht ordnen. Ich merke, dass ich durch die Fragen dann meine Antworten noch einmal hinterfrage und Inhalte erst einmal im Denken verändere.


Warum diese_s Blog?


Wir haben dieses Blog erstellt, auf dem wir unsere Fragen (Sexismus fokussierend) öffentlich machen und andere daran teilhaben lassen wollen.


Welche_n adressieren wir?`


Wir adressieren Personen, die sich aus einer anti_contra_sexistischen Ver_Ortung heraus mit Sexismus als interdependenter Kategorie beschäftigen bzw. in vielfältiger Form davon betroffen sind.

Es geht nicht darum, dass Menschen, die keine Sexismuserfahrungen in vielfältiger Form gemacht
haben, Fragen stellen dürfen. (Besonders nicht nach dem Motto: Warum darf ich Wort xy nicht mehr benutzen? Bin ich sexistisch?)

Es geht darum, Menschen, die Sexismuserfahrungen gemacht haben und_oder die sich als contra_sexistisch positionieren in der Auseinandersetzung eine Möglichkeit des Austauschs, Vernetzung, Einordnung, Empowerments und des Umgangs mit Kackscheiße zu geben.

Unter Kommentaren bzw. Partizipation am Blog verstehen wir nicht nur Schrifttexte wie zum Beispiel weiterführende Fragen, Antworten, Hinweise, sondern auch Bilder, Zeichnungen, Videos, Songs usw.

Schickt uns eure fragen, anmerkungen, kritik! wir freuen uns darauf!

in_fragestellen@riseup.net

 


Unser Anliegen


Wir wollen das im Buch vorschlagene Vokabular weitestgehend beibehalten und durch Beispiele, verschieden komplex formulierte Fragen, einem Glossar möglichst kurze Sätze und Illustrationen (Zeichnungen, Bilder, Videos…) erklären.
Durch die Fragen wird die Möglichkeit gegeben, Diskriminierungserfahrungen zu artikulieren und_oder diese gleichzeitig in einen größeren, strukturbezogenen Zusammenhang zu stellen.

Wir wollen unser eigenes Verständnis von Sexismus kontinuierlich hinterfragen und
weiterentwickeln, die Verwobenheit mit Machtverhältnissen wie Rassismus, Klassismus, Ableismus sowie weiteren Formen mehr und mehr verstehen lernen und versuchen verantwortungsvoll damit umzugehen, solidarisch und unterstützend zu sein.

Aus einer diskriminierten Perspektive Fragen zu stellen kann Raum dafür geben, Wut zu artikulieren, Unverständnis auszudrücken, eine Einbettung in strukturelle Zusammenhänge zu erfragen, Verwobenheiten aufzuzeigen….

Aus einer anti_contra_sexistischen ver_ortung Verwobenheiten aufzuzeigen hat zum Ziel solidarisch mit Menschen zu sein, die Diskriminierungserfahrungen machen und das eigene Verständnis, die eigene Sensibilisierung kontinuierlich zu erweitern.

Dadurch achtsamer werden, verstehen, sich selbst immer weiter Fragen stellen, sich von anderen in Frage stellen lassen.

Wir betrachten all dies als ein langfristiges, nicht abgeschlossenes Projekt, an dem wir gemeinsam (und vielleicht ja auch noch mit anderen Personen) über das Seminar hinaus arbeiten wollen.

(Hoffentlich) in Kürze wird es Stickervorlagen von uns geben, die ihr hier runterladen könnt / bald in Berlin kleben seht.

Bitte habt Verständnis dafür, dass diese Seite sich im Aufbau befindet. Die Kompetenzen zur Gestaltung der Seite eignen wir uns nach und nach selbst an, deswegen brauchen wir Zeit, um Übersichtlichkeit / Inhalte / usw zu verbessern

—-in_frage_stellen gibts auch auf facebook

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